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Bundesverband Deutscher Steinmetze

Beruf Steinmetz/-in

 

Steinmetz sein, ist nichts für jeden

Steinmetz ist kein Job für jeden. Das Steinmetzhandwerk war nie für alle da. Heute ist es das schon gar nicht. Wer Wert legt auf starre Hierarchien, undurchsichtige Business Codes für unvermeidlich hält, sich stetig wiederholende Arbeitsläufe und eine miefige Büroatmosphäre schätzt, der kann nicht Steinmetz werden.

Die Monotonie des Arbeitsalltags gibt es in diesem Handwerk nicht. Dafür sorgen der natür­liche Werkstoff einerseits – jeder Stein ist anders – und das breite Tätigkeitsfeld anderer­seits. Im Zentrum des Steinmetzhandwerks stehen die Kreativität und die kunstvolle Gestal­tung der Lebenswelten von Menschen. Ob es das „ganz große Kino“ in der Küche, die luxuriöse Inszenierung im privaten Spa-Bereich oder das bewusste Zeichen auf dem Friedhof ist – die Gestaltung von Räumen, ihre Dimensionierung, ihre Proportion und ihre Positionierung im Leben der Menschen, sind die wichtigsten Aufgaben in diesem Handwerk. Wer gestalten will, wer seine und die Zukunft seiner Kunden mit entwerfen will, der ist im Steinmetzhandwerk richtig.

 

Für einen Steinmetz sind Kunden Menschen. Menschen, die Werte wie Qualität, Rarität und Individualität zu schätzen wissen. Diese Kunden suchen ein Anwendungskonzept für den von ihnen gewählten Werkstoff. Der Steinmetz beherrscht die Auswahl. Er kennt die Steine. Er kann seine Kunden individuell bedienen, bietet kreative Anregungen und keine fertigen Lösungen. Ein Steinmetz nimmt sich Zeit für die Herstellung seiner Produkte, für die sinn­fällige Verwendung vernünftiger, will sagen nachhaltiger, Materialien und eine preisbewusste Fertigung.

Im Steinmetzhandwerk geht es um die alltägliche Annäherung zwischen theoretischem Wissen und praktischem Machen. Im Mittelpunkt stehen die Schönheit der Produkte und die Brauchbarkeit der Dinge. Am Stein ist Verantwortung gefragt. Selbstständige Entscheidungen sind in diesem Handwerk selbstverständlich. Es braucht die Meister und es braucht die richtigen Mitarbeiter. Beide müssen ihr Handwerk beherrschen, müssen die Technik be­greifen und präzise arbeiten.

 

 

 

 

 

Steinmetze schaffen Produkte, die Sehnsüchte nach Sinn und Sinnlichkeit befriedigen. Stein­metze leben in einer Welt der Arbeit, in der der Lohn der Arbeit auch in der Arbeit selbst liegt. Steinmetz wird, wer seinen Namen mit seinen Produkten verbinden will. Ein Steinmetz gebraucht Hand und Kopf. Statt abstrakte Businesspläne abzuarbeiten, wird in diesem Hand­werk Leben und Arbeiten sinnlich erfahrbar. Die Fertigkeiten der Hand lassen sich dabei durch stetiges Üben verfeinern. Wer bereit ist, zu lernen, der wird schnell erkennen, dass dieses Handwerk mit reinem „Steine klopfen“ nichts mehr zu tun hat. Qualifiziertes Hand­werk ist heute anders. Das Steinmetzhandwerk ist die Verschmelzung von traditionellen Techniken und modernen Fertigungsmethoden.

 

 

Handwerk galt bis vor wenigen Jahren als verstaubt und rückwärtsgewandt. Heute hat Hand­werk immer dann eine Chance, wenn es Handwerk bleibt und der Handwerker die Lebens­welt seiner Kunden widerspiegelt. Dem Steinmetz von heute eröffnet sich täglich eine neue Welt. Handwerker zu werden, ist eine Sache des Geistes, eine Sache der Vernunft. Handwerker stehen gegen die von anonymen Konzernen geplanten, vermittelten und ver­kauf­­ten virtuellen Welten. Gute Handwerker arbeiten gemeinsam gegen fremdbestimmte Lebensformen. Steinmetze tragen dazu bei, weg vom anonymen Einerlei des vorherrschenden „Lifestyles“, im Haus, vor dem Haus und im öffentlichen Raum gestalteten Lebensraum für Menschen zu schaffen. Und das ganz nah, regional vor Ort, von hier für hier.

 

Stand der alte Steinmetzmeister für reproduzierbares, also erlernbares Wissen ist der neue Meister ein Könner. Dieser Könner sieht den Unterschied, die möglichen Varianten. Für diesen Könner bietet das Steinmetzhandwerk heute mehr Chancen als manch einer vor 20 Jahren noch gedacht hatte. Das wirkliche Handwerk beginnt am Bildschirm und endet in der maschinellen Fertigung. Die Technik macht den Meister, am Rechner und am Werkstück. 

Allerdings: Der Anspruch an die Produkte bleibt gleich. Diese müssen die Kunden über­zeugen; in ihrer Form, in ihrer Funktion und in ihrem Preis. Ganz nach dem Motto: Kommunikation und Marketing sind das eine, Meisterschaft und Können das andere.





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